Sattelnacht

Zelten und übernachten im Sauerland

Das Sauerland ist die Ausnahme unter den deutschen Trekkingregionen: Hier sind die Plätze ausdrücklich auch mit dem Rad gedacht — nicht nur geduldet.

Zuletzt aktualisiert: 20.8.2026

Die radfreundlichste Trekkingregion

Wer sich mit Trekkingplätzen in Deutschland beschäftigt, stößt fast überall auf denselben Satz: nur zu Fuß erreichbar. Im Sauerland ist das anders. Der Betreiber des Trekkingparks führt seine Plätze ausdrücklich auch als Bike-Trekkingpark und richtet sich damit an Leute, die mehrtägige Fahrradtouren mit Zelt planen. Alle Standorte sind per Rad oder zu Fuß erreichbar, motorisierte Anfahrt ist untersagt.

Für Radreisende ist das die entscheidende Information — und der Grund, warum das Sauerland als Ziel oft unterschätzt wird.

Die Trekkingplätze

Der Kern ist ein Netz von 13 Trekkingcamps entlang zweier Qualitätswanderwege: dem 63 Kilometer langen Diemelsteig und dem 66 Kilometer langen Willinger Uplandsteig, zusammen rund 129 Kilometer durch die Naturparke Diemelsee und Sauerland Rothaargebirge.

Die Ausstattung ist überall gleich und bewusst schlicht:

  • eine Trekkingplattform für das Zelt
  • eine Komposttoilette
  • kein Wasser, keine Versorgung — alles selbst mitbringen

Dazu kommen weitere Plätze in anderen Ecken der Region: an der Winterberger Hochtour bei Elkeringhausen und Mollseifen, im Briloner Süden am Rothaarsteig und an der Sauerland-Waldroute, in Arnsberg, am Bestwiger Panoramaweg und in Hallenberg.

Ein Hinweis zur Planung: Über den Winter sind die Plätze geschlossen, damit Wildtiere ungestört bleiben. Wer im Frühjahr oder Herbst fährt, sollte die aktuellen Zeiträume beim Betreiber prüfen.

Der SauerlandRadring

Die naheliegende Route für mehrere Tage: 84 Kilometer als Rundkurs, der Finnentrop, Eslohe, Schmallenberg und Lennestadt verbindet und größtenteils auf alten Bahntrassen verläuft — also steigungsarm und gut asphaltiert, was in einem Mittelgebirge keine Selbstverständlichkeit ist. Eine 40 Kilometer lange Hennesee-Nordschleife verbindet ihn mit dem RuhrtalRadweg.

Das Wahrzeichen der Strecke ist der Fledermaustunnel bei Kückelheim: 689 Meter lang, durchschnittlich rund zehn Grad kühl, mit bis zu 200 überwinternden Fledermäusen. Von November bis Anfang April ist er deshalb gesperrt, dann gilt eine ausgeschilderte Umleitung. Nimm für die Durchfahrt eine Jacke mit — der Temperatursprung ist beträchtlich.

Rechne mit Höhenmetern

Abseits der Bahntrassen ist das Sauerland ein echtes Mittelgebirge. Wer quer durchs Rothaargebirge fährt statt entlang eines Tals, sammelt zuverlässig Anstiege — mit Gepäck fühlen sich fünfzig Kilometer hier anders an als achtzig im Flachland.

Die Bahntrassenwege sind der Ausweg. Es gibt sie in beachtlicher Zahl: Von Schloss Neuhaus bis Leverkusen lässt sich eine Kette aus Alme-Radweg, MöhneRadweg, RuhrtalRadweg, Ruhr-Sieg-Radweg und Bergischem Panorama-Radweg zu über 300 Kilometern verbinden, ein hoher Anteil davon auf stillgelegten Strecken.

Wenn kein Trekkingplatz frei ist

  • Private Gastgeber — kostenlos, kurzfristig anfragbar, meist mit Wasser und Toilette.
  • Campingplätze in den größeren Orten, oft mit reduziertem Tarif für Radreisende.
  • Umplanen statt improvisieren. Die Trekkingcamps sind klein und im Sommer schnell vergeben. Wer spontan reist, sollte einen zweiten Plan für das Etappenende haben.

Was hier wie überall nicht geht: wild zelten. Bei diesem Angebot gibt es dafür allerdings auch wenig Anlass.

Plätze im Sauerland

Häufige Fragen

Kann ich die Trekkingplätze im Sauerland mit dem Rad erreichen?

Ja. Der Betreiber führt seine Plätze ausdrücklich auch als Bike-Trekkingpark und schreibt, dass alle Standorte per Rad oder zu Fuß erreichbar sind. Eine Anfahrt mit Auto, Roller oder Quad ist dagegen nicht gestattet.

Wie sind die Plätze ausgestattet?

Jeder Platz hat eine Trekkingplattform für das Zelt und eine Komposttoilette. Wasser und Verpflegung bringst du selbst mit — mehr Infrastruktur gibt es bewusst nicht.

Sind die Plätze das ganze Jahr über buchbar?

Nein. Über die Wintermonate bleiben sie geschlossen, damit Wildtiere Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten haben. Die aktuellen Zeiträume und die Buchung findest du auf der Seite des jeweiligen Betreibers.

Wie komme ich ohne Auto hin?

Mit Bus und Bahn — für Gäste des Trekkingparks sind ÖPNV-Fahrten in der Region über die digitale Sauerland Card kostenfrei, die einen Tag vor der Anreise per E-Mail verschickt wird. Damit lässt sich eine Anreise mit dem Rad im Zug gut planen.

Ist der Fledermaustunnel am SauerlandRadring immer offen?

Nein. Von November bis Anfang April ist er gesperrt, weil dort bis zu 200 Fledermäuse ihr Winterquartier haben. Eine Umleitung ist in dieser Zeit ausgeschildert.

Darf ich im Sauerland wild zelten?

Nein. Zelten in freier Natur ist auch hier nicht gestattet. Die gebuchten Trekkingplätze, Campingplätze und private Gastgeber sind die legalen Wege — und angesichts des Angebots auch die bequemeren.

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