Sattelnacht

Zelten und übernachten im Schwarzwald

Der Schwarzwald hat eines der ältesten Trekking-Camp-Netze Deutschlands — und eine Regel, die Radreisende kennen sollten, bevor sie losfahren.

Zuletzt aktualisiert: 20.8.2026

Die Trekking-Camps

Der Schwarzwald war eine der ersten Regionen in Deutschland, die legales Zelten im Wald organisiert hat. Getragen wird das Projekt von den Naturparken Schwarzwald Mitte/Nord und Südschwarzwald, dem Nationalpark Schwarzwald und ForstBW. Inzwischen verteilen sich rund zwei Dutzend Camps über die Region — im Norden zwischen Baden-Baden und Loßburg, im Süden entlang von Schluchtensteig und Albsteig sowie am Schauinsland.

Das Konzept ist konsequent minimalistisch:

  • Stellflächen für maximal drei Zelte pro Camp
  • eine Feuerstelle und ein Toilettenhäuschen — mehr gibt es nicht
  • kein Trinkwasser, keine Versorgung, kein Strom
  • Buchung nur online, Saison von Anfang Mai bis Ende Oktober
  • im Südschwarzwald 15 Euro pro Zelt, bis zu drei Personen

Zwei Eigenheiten solltest du einplanen. Erstens: Die Camps sind nicht ausgeschildert. Die Wegbeschreibung für das letzte Stück bekommst du erst nach der Buchung — plane also genug Helligkeit ein. Zweitens: Beliebte Termine sind früh weg. Die Buchungsplattform öffnet im März, und Wochenenden im Sommer sind dann zügig vergeben.

Der Haken für Radreisende

Hier muss man ehrlich sein, weil es die Tourenplanung wirklich betrifft: Die Trekking-Camps im Schwarzwald sind ausdrücklich nur zu Fuß erreichbar. So steht es bei den Betreibern, und es ist keine Formalie — die Zugänge sind Wanderpfade, teils steil, teils schmal.

Für dich heißt das:

  • Als durchgehende Übernachtungskette für eine Radtour taugen die Camps nicht.
  • Wer trotzdem eines nutzen will, kombiniert: Rad bis zum nächsten Ort, Gepäck umpacken, das letzte Stück zu Fuß.
  • Mit Anhänger, Tandem oder schwerem Reiserad ist das keine gute Idee.

Das ist kein Argument gegen den Schwarzwald, sondern eines gegen falsche Planung. Wer die Etappen um Campingplätze und private Gastgeber herum baut, fährt hier hervorragend.

Die Radfernwege

Die Hauptachse ist der Schwarzwald Panorama-Radweg: rund 280 Kilometer von Pforzheim im Norden bis Waldshut-Tiengen im Süden, üblicherweise in fünf Etappen, über Freudenstadt, Villingen und den Titisee. Er verbindet Nord- und Südschwarzwald und bindet Teilstrecken anderer Routen ein — Enztalradweg, Kinzigtalradweg, Südschwarzwald-Radweg und die Höhenradwege.

Wer es flacher mag, bleibt in den Flusstälern. Wer Aussicht will, nimmt die Höhen — und zahlt in Höhenmetern. Unterschätze die Steigungen nicht: Der Schwarzwald ist Mittelgebirge im Vollformat, und mit Gepäck fühlen sich 60 Kilometer hier an wie 100 in Brandenburg. Rechne lieber eine Etappe mehr ein.

Wo du sonst schläfst

  • Campingplätze. Im Schwarzwald dicht gesät, besonders um Titisee, Kinzigtal und im Hochschwarzwald. Verlässlich, mit Dusche und Strom — nach einem Tag mit 1200 Höhenmetern ein Argument.
  • Private Gastgeber. Ein Stück Garten bei jemandem, der Radreisende willkommen heißt. Kostenlos, ohne Buchungsplattform, dafür mit einer kurzen Anfrage vorab.
  • Naturzeltplätze im Süden. Am Albsteig bei St. Blasien, Menzenschwand und Dachsberg liegen kleine Plätze mit demselben Prinzip: drei Zelte, Feuerstelle, Komposttoilette.

Beste Reisezeit

Mai bis Oktober deckt sich mit der Camp-Saison und ist auch sonst das sinnvolle Fenster. Im Hochschwarzwald kann es im Mai und im Oktober nachts empfindlich kalt werden — der Feldberg liegt fast 1500 Meter hoch, und die Temperatur fällt mit jedem Höhenmeter. Ein Schlafsack, der nur für laue Sommernächte gedacht ist, wird dir hier nicht reichen.

Im Hochsommer kommt das Gegenteil dazu: Bei Trockenheit gilt in den Wäldern erhöhte Waldbrandgefahr, und Feuerstellen dürfen dann nicht genutzt werden. Ein Kocher gehört ohnehin ins Gepäck.

Und Wildcampen?

In Baden-Württemberg ist das Zelten in freier Natur und im Wald ohne Erlaubnis nicht gestattet — im Nationalpark Schwarzwald ohnehin nicht. Die legalen Wege sind die ausgewiesenen Plätze, ein Campingplatz oder die Zustimmung des Grundeigentümers. Mehr dazu steht im Ratgeber zum Wildcampen.

Plätze im Schwarzwald

Häufige Fragen

Kann ich die Trekking-Camps im Schwarzwald mit dem Rad anfahren?

Offiziell nicht. Die Betreiber weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Camps nur zu Fuß erreichbar sind. Für eine reine Radtour sind sie deshalb keine verlässliche Planungsgrundlage — es sei denn, du kombinierst Rad und Wanderung.

Was kostet eine Nacht im Trekking-Camp?

Im Naturpark Südschwarzwald kostet die Übernachtung 15 Euro pro Zelt, bis zu drei Personen dürfen darin schlafen. Die Preise können je nach Region und Saison abweichen — verbindlich ist die Angabe auf der offiziellen Buchungsplattform.

Wann ist die Saison und wann kann ich buchen?

Die Camps sind von Anfang Mai bis Ende Oktober buchbar. Die Buchungsplattform öffnet im März für die kommende Saison, und Wochenenden sowie Ferientermine sind erfahrungsgemäß schnell vergeben.

Wie ist ein Trekking-Camp ausgestattet?

Sehr einfach: Stellflächen für bis zu drei Zelte, eine Feuerstelle und ein Toilettenhäuschen. Mehr nicht. Trinkwasser und Verpflegung bringst du selbst mit, deinen Müll nimmst du wieder mit.

Wie finde ich das Camp vor Ort?

Die Camps sind bewusst nicht ausgeschildert. Die Beschreibung für die letzten Meter bekommst du erst nach der Buchung. Plane genug Tageslicht ein, um sie in Ruhe zu suchen.

Darf ich im Schwarzwald wild zelten?

Nein. In Baden-Württemberg ist das Zelten in freier Natur und im Wald ohne Erlaubnis nicht gestattet, und im Nationalpark Schwarzwald gilt ohnehin ein striktes Verbot. Nutze die ausgewiesenen Plätze oder frage den Grundeigentümer.

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